The Andromeda Strain

“Diesen Film muss man, schon allein wegen der Synchronstimme von Kate Reid, in der deutschen Synchro sehen.”

“Da der IQ der Filmseher in den letzten 50 Jahren stetig gesunken ist, werden solche Kunstwerke heute nicht mehr angemessen gewürdigt.”

Soweit die handschriftlichen Gedanken meiner Gönnerin, die mir diesen Film auf Bluray-Disk hat zukommen lassen.
Die Messlatte lag also einigermaßen hoch für mich. Würde ich sie locker flockig überspringen können oder sie krachend, wie ein plumper und inzwischen nicht mehr ganz so sportlicher 58jähriger, herunterreißen?

Ich riss sie herunter.
Andromeda hatte ich damals vermutlich nie ganz bzw. in einem Durchgang gesehen. Erinnern konnte ich mich eigentlich nur noch an den wirklich spannenden Auftakt in und um das staubige Wüstenstädtchen herum. Alles was darauf folgte, war mir neu. Die Handlung hat in der Tat einiges zu bieten inkl. einer sehr kontroversen Tierversuchsszene, die heute niemals mehr so umgesetzt werden könnte/ würde/ dürfte.

Sehr eindringlich, akribisch und gleichzeitig in ausschweifender Langsamkeit wird geschildert, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um sich unter Laborbedingungen einem unbekannten Virus oder Organismus überhaupt erst gefahrlos nähern zu können.
Leider war das zwar spannende aber eben auch äußerst langsame Erzähltempo etwas zu viel für mich, so dass ich insgesamt drei Anläufe benötigte, um den Film am Stück zu sehen. An den beiden ersten Abenden schlief ich jeweils ein, als es in die unterirdische Anlage ging…

Staunend anerkennen musste ich, wie Michael Crichton, der Autor der Romanvorlage, es verstand, Wissenschaft und Fiktion glaubhaft zusammenzubringen und eine interessante Geschichte zu erzählen. Ein Science Fiction Film im wahrsten Sinne des Wortes also und das bereits Jahrzehnte vor Jurassic Park, der ebenfalls auf einem Roman von Crichton basierte…

The Andromeda Strain war ganz bestimmt ein wegweisender Film, den ich bei meinem nächsten Besuch in hoffentlich ausgeschlafenem Zustand und in der Originalfassung sehen werde 🙂

Die deutsche Synchronstimme von Kate Reid (Anneliese Römer) klingt in der Tat frisch, unverbraucht und etwas schnodderig.

Regie: Robert Wise
1971
131 Minuten

Fotos IMDB